„...durchgehend 5-6 Bft...“ dachte ich nur, als ich Montag abend (16.02.09) noch schnell meine Sachen in die Reisetasche gestopft habe, „...keine schlechten Voraussetzungen für eine Inforeise auf die Kapverden... - ob das auch so bleiben würde?“
Oh ja, der Wind blieb!
BOA VISTA
Unter erschwerten Bedingungen - Schneechaos auf den Straßen zum Flughafen München um ca. 4 Uhr morgens – traten wir die Reise an. Komisches Gefühl bei Schneetreiben und nach Enteisung des Fliegers dann plötzlich mitten in der Sonne zu landen.
Trotz der unchristlichen Abflugzeit dann aber ein sehr entspannter und vor allem auch vergleichsweise kurzer Flug nach Boa Vista – sechs Stunden Flug und nur zwei Stunden Zeitverschiebung im Winter.
Begrüßt wurden wir von sehr viel Wind und Sonne, und der kapverdischen Gemütlichkeit der Bevölkerung – ist es nicht immer wieder spannend, andere Länder gleiche Sitten.
TIPP: Bei der Passkontrolle weit vorne in der Reihe zu stehen schadet nicht, da sich die Arbeitsgeschwindigkeit der Kapverdianer schon von der deutschen unterscheidet.
Nach leichten Anlaufschwierigkeiten, also bei der Pass- und Visakontrolle (bei Problemen hilft die örtliche Reiseleitung) ging es direkt mit kurzem Transfer Richtung Hotel Riu Karamboa.
Eingebettet in riesige weiße Sanddünen liegt dieses große, im maurischen Stil erbaute Hotel, nur ein paar Transferminuten entfernt vom Flughafen. Fluglärm ist aufgrund der Windrichtung nicht zu befürchten. Nach einem kurzen Check des Zimmers mussten wir natürlich sofort Spot, Meer und Surfstation inspizieren.
Erster Eindruck: „SAUGEIL“!
Mit offenem Mund standen wir vor dem ewig langen, breiten weißen Sandstrand mit türkisblauem Meer. Gestaunt haben wir auch nicht schlecht als wir die einlaufenden Wellen beobachteten, die teils weiter draußen, teils direkt am Strand brechen – weißer Schaum der ein paar Meter in die Höhe schießt und uns den Meeresduft direkt in die Nase bläst.
Ein großer braungebrannter Surfer namens Mario von der Surfstation SURF ZONE begrüßte uns herzlich mit den Worten „really big days right now“.
Nach einer kurzen Einführung über Surfstation - ausgestattet mit neuem Fanatic Material und North-Riggs – und Revier wurde mir ganz mulmig als Mario mich fragte, ob ich denn Surfen gehen wollte.
Ganz ehrlich: Shorebreak und Wellen sahen erst beängstigend für mich aus!
Aber - wie häufig - der erste Eindruck ist nicht immer der richtig, was ich später bei einem traumhaften Surfabend noch feststellen durfte.
Der Shorebreak ist meist nur vor der Station sehr hoch und auch nur bei extremen Bedingungen, also starkem Swell. Dies war wohl im Februar gerade der Fall.
Es gibt für solche Verhältnisse einen „zweiten Ein- und Ausstieg“ ca. 200m weiter in Luv, dort läuft nur eine Welle und der Shorebreak ist weit weniger hoch. Wer geübter ist kann dort fast immer rausgehen.
Aber auch für „Nicht-Wellen-Freaks“ ist es dort möglich Surfen zu gehen; es gibt nämlich extra von der Station einen Shorebreak-Service!
Tolle Einrichtung muss ich sagen; Segel und Brett werden meist nach oben zur markierten Einstiegsstelle von dem Service-Team gebracht, was sehr angenehm ist.
Wenn man in Eile ist kann man sein Material selbst in die Hand nehmen und der Herausforderung trotzen - gut machbar, man sollte nur sein Material vorher genau auswählen um nicht oft wechseln zu müssen.
Dann surft einer des Teams, der vorne an der Stelle wartet durch den Shorebreak und man selbst schwimmt hinterher – wichtig: Immer schön rechtzeitig unter der Welle durch tauchen, sonst geht´s frisch gewaschen zurück an den Strand!
Hinter der Welle herrschen fast Flachwasserbedingungen, je mehr man sich der Turtle Bay nähert; ansonsten ist es kabbelig. Man hat ein riesiges türkisblaues Revier vor sich mit Platz ohne Ende! Keine im Weg rumstehende Boote, Bojen, Stege - Traumhaft!
Auch der Ausstieg an der gleichen Stelle ist wieder gut zu treffen, weil der Wind konstant ist.
Außerdem organisiert die Station auch Transfers mit Material zu einem Spot in der Nähe Sal Rei. Dort ist eine Insel vorgelagert und dadurch ist der Swell und Wellengang noch weniger ein Problem – also bei extremen Bedingungen gibt es auch hier die Möglichkeit Surfen zu gehen.
Plötzlich tauchte auch Marion mit dem Kite neben mir auf!
Sie hatte es sogar alleine über den Shorebreak geschafft (meiner Meinung nach haben Kiter hier bei dem Shorebreak definitiv Vorteile gegenüber Windsurfern) und hatte ebenso sichtlich Spaß das neue Revier zu erkunden. Die Böen halten sich in Grenzen, da nur Sanddünen dem Wind entgegenstehen und somit kann man das Revier auch für fortgeschrittene Kiter (sicheres Höhelaufen ist Voraussetzung) empfehlen.
Für kleine Übungen mit dem Kite oder auch um Tricks auf dem Surfbrett zu üben kann man bei rauen Bedingungen auf eine kleine Lagoone ausweichen. Allerdings würde ich diese nicht als Revier bezeichnen, da die Größe stark variiert und meiner Meinung nach mit drei bis vier Kitern voll ist.
Nach so einem gelungenem Surftag freut man sich schon auf die Poolbar des Hotels mit Blick auf das glitzernde Wasser und dem Sonnenuntergang am Horizont.
FAZIT:
Für mich mit einer der schönsten Spots, die ich bisher gesehen habe.
Man sollte Höhelaufen können und einen schnellen Wasserstart beherrschen, dazu Spaß an der Herausforderung, und an einem etwas anderen Revier haben.
Wer gewillt ist auch mal sein Material ein paar Meter zu tragen und sich nicht zu fein ist den Shorebreak-Service in Anspruch zu nehmen, der wird mit Traumbedingungen weiter draußen belohnt.
Möven und Seevögel bewundern einen vom Mast des versunkenen Schiffes aus, und wenn man Glück hat trifft man Schildkröten in der Turtle Bay, die sich ebenso das schöne türkise Wasser und den tollen Sandstrand als Heimat ausgesucht haben.
Für die, die´s Können – wenn man Glück hat und zur richtigen Zeit dort ist, dann laufen die Wellen super schön vor die Station, so dass man die Welle in Kombination mit dem guten Wind sehr schön abreiten kann.
Ebenso wie in anderen Revieren sind auch Tage möglich, an denen man eventuell nicht aufs Wasser kann, sei es wegen zu extremen Bedingungen, oder weil vielleicht auch mal kein Wind bläst; Vorteil an Boa Vista und Sal: Wellenreiten möglich, d.h. auch hier wieder ein Spot für neue Herausforderungen, wenn man sich drauf einlässt!
Riu Karamboa
Praktisch ist es manchmal schon, so ein 4 Sterne Hotel nach einem anstrengenden Surftag.
Wellnesscenter mit Jacuzzi stehen bereit, Massagen werden angeboten, oder lieber doch noch die restlichen Reserven im Fitnesscenter ausquetschen?
Alternativ gemütlich machen im schönen großen und hellen Zimmer (meist mit Meerblick), die all inclusive Flasche Wasser steht zum Durstlöschen bereit, die Dusche ist riesig und heiß, und für das Abendessen hat man die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Restaurants. Etwas gewöhnungsbedürftig ist nur das halboffene Bad (zumindest nix für Leute, die etwas Privatsphäre haben wollen).
Nächster Tag, nächster Spot, neues Abenteuer...
Es ging weiter Richtung Sal Rei, nur ca. zehn Taxi Minuten entfernt. Wohnen durften wir in der hübschen kleinen und familiären Anlage Ca´Nicola ca. 50 Meter vom Strand entfernt und 100 Meter (quer über die Düne) zur Planet Surfstation.
Ca' Nicola und Ca' Creta
Aus Holz und Stein gebaut und mit Blumen verziert sind die Appartements im A Gebäude mit viel Mühe und Liebe ausgestattet; sie haben kleine hübsche Terrassen um z.B. abends mit einem Buch draußen sitzen zu können.
Etwas für Individualisten würde ich sagen, die nicht weit von der Surfstation entfernt wohnen wollen, Strandlage bevorzugen und ggf. auch abends/mittags sich selbst verpflegen möchten. Frühstück gibt es auf einer Terrasse bei der Rezeption, mit frischem Obst, Joghurt, getoasteten Brötchen, Käse, Wurst, Marmelade und lecker Kaffee aus der Espesso-Maschine (nicht mit Pulver aufgerührt). Obwohl es keine Mücken gibt, laut den Einheimischen, sollte man vorsichtshalber doch Autan in der Tasche haben – für den Notfall.
Ähnlich im Stil ist auch das Ca´Creta, welches direkt hinter der Planet Station liegt.
Estoril
Das Estoril ist eine weiter preiswerte Möglichkeit, wenn man nicht weit entfernt vom Strand wohnen möchte. Allerdings ist die Anlage schon etwas älter. Empfehlenswert sind die Suiten, da diese eine schöne große Dachterrasse haben. Die Doppelzimmer sind einfach und zweckmäßig; sie sollten eigentlich diesen Sommer renoviert werden.
Bis zum kleinen Ort Sal Rei sind es ca. zehn Gehminuten.
Super schön, mit viel Liebe zur Detail und neu renoviert ist auch das Luca Kalema.
Es ist sehr schick und stilvoll mit einem hübschen neuen Bad.
Zur Station sind es ca. zehn Gehminuten. Da es direkt am Hafen liegt, gibt sehr feine Fischrestaurants in unmittelbarer Nähe; von den zwei zur Auswahl stehenden Bars im Ort muss man nur einmal umfallen und schon liegt man im Bett.
Puhh geschafft, Unterkünfte erledigt; jetzt noch der Reviercheck bei der Planet Station - Wind wie immer von früh bis spät….
Die Station ist angeschlossen an eine Beachbar, somit sind gemütliche Pausen vor, während, mittags, und nach dem Surfen gewährleistet.
Auch Sonnenschirme und Liegen sind vorhanden. Ausgestattet mit neuestem Material von Fanatic, aber auch noch ein paar F2 Bretter findet man hier.
Großer Vorteil dieser Station: Durch die vorgelagerte Insel ist der Bereich vor der Station bis hoch zum Ort Sal Rei geschützt vor dem Swell und Wellen, d.h. kein so hoher Shorebreak. Was man aber beachten sollte:
Es werden Surfschuhe benötigt für den Ein- und Ausstieg; es ist außerdem (wie aber auch bei der Surfzone Station) empfehlenswert die markierte Ausstiegsstelle wieder zu erreichen, da dies die einfachste Möglichkeit ist wieder aus dem Wasser zu kommen; der Wind ist böig in Ufernähe, d.h. man sollte schon etwas weiter raus fahren, um das Revier zu genießen.
Ansonsten sind der Fantasie und Laune keine Grenzen gesetzt.
Entweder man geht in das „Funana“, um Wellen abzureiten. Diese gibt es hier eigentlich immer, da es ein Riff zwischen der Insel und dem Spot Sal Rei gibt. Anfreunden muss man sich mit dem böigen Wind, da der Spot in der Windabdeckung des Ortes liegt.
Der „Pool“ liegt in Luv der Station; hier können auch Aufsteiger üben und trainieren – wobei das durch den böigen Wind erschwert ist.
Wer noch keine Welle fahren kann oder will hat es aber schön im „Stino“. Irgendwie kommt hier der Wind recht gut hin, hab ich den Eindruck, so dass man z.B. schön auch in Ufernähe im türkisen Wasser die Powerhalse trainieren kann.
Einziger Nachteil: Man muss am Schluss wieder einen Schlag zurück zum Ausstieg der Surfstation hochkreuzen, also sollte man sich die Kraft einteilen.
Mit Kribbeln im Bauch fährt man dann in das vierte Revier - die Turtle Bay. Spannend vor allem, da es von der Station aus nicht mehr so gut einsehbar ist, weil man beim ersten Mal nicht so genau weiß was auf einen zukommt und weil man auch wieder nach Luv zurück zur Station muss, d.h. Kraft sparen für die letzten Schläge. Aber es lohnt sich. Hier hat man entweder schönes Flachwasser, oder bei Swell eine leichte saubere Welle. Der Wind ist konstant und meist stärker als im Bereich vor der Surfstation.
Nicht ganz einfach ist es an diesem Spot für Kiter. Dies vor allem, weil am Strand wenig Platz ist und auch durch den böigen Wind in Ufernähe, weil man schnell Höhe verliert und dann den Ausstieg nicht trifft.
Nach dem gelungenen Surf- bzw. Kitetag trifft man sich im Turtuga Beach Club, direkt bei der Station und kann über die Erfolge des Tages berichten.
FAZIT:
Boa Vista ist eher etwas für gemütlichen, stressfreien Urlaub. Wenn ein paar Fischrestaurants, ein paar kleine nette Kneipen für die Abendunterhaltung reichen, und eventuell mal ein BBQ an der Beach Bar, dann ist man hier richtig.
Die überschaubaren Gästezahlen machen das Ganze sehr familiär und daher ist es auch gut für Alleinreisende geeignet. An den Surfstationen findet man schnell Anschluss.
Wer mehr Action möchte ist auf Sal besser aufgehoben, wobei man gut auch beide Inseln kombinieren kann.
Die Insel hat traumhafte Surfreviere, die aber alle insgesamt nicht ganz easy sind. Man sollte etwas Kampfgeist mitbringen, wenn man sich im Level zwischen sicherem Wasserstart / Höhelaufen und Powerhalse befindet, da es zwar auch einfache normale Tage gibt, aber auch oft mit etwas ruppigeren Bedingungen zu rechnen ist – dann macht es Spaß!
SAL
...mit dem Flieger nur ein Katzensprung entfernt – oder 15 Minuten.
Auf dem Weg zum Ort Santa Maria haben wir einen kurzen Stop im RIU Funana + Garopa Resort gemacht.
Das Hotel gleicht dem RIU Karamboa auf Boa Vista, als ob man es genommen und an anderer Stelle wieder aufgebaut hätte. Nur gibt es 250 Zimmer mehr und die Zimmer oder Einrichtung kommt einem etwas heller und freundlicher vor.
Bis zur Weiterfahrt war noch ein Stündchen Zeit und das habe ich noch schnelle zum Reviercheck genutzt.
Die Surfzone Station ist im Moment noch nicht mit neuerem Material ausgestattet, es soll aber neues Material - wahrscheinlich von Fanatic - kommen nächstes Jahr. Naja für mich war jedenfalls das passende dabei: 4,0 er Segel und 80 Liter Brett, da ging schon einiges. Wind konstant Side-off-shore, ewig langer feiner Sandstrand, keine Steine im Wasser, kaum Shorebreak, Kabbelwasser ohne größere Wellen (obwohl der berüchtigte Wellenspot Ponta Preta in Blickweite ist) keine störenden Boote oder andere Hindernisse und nur noch ein ebenso glücklicher Surfer wie ich auf dem Wasser. Strömung war nicht mehr oder weniger als an den anderen Spots, d.h. Wasserstart braucht man unbedingt, aber ansonsten sehr entspanntes Heizen.
Selbst wenn man abgetrieben wird, kann man an einer anderen Stelle wieder raus, ohne größere Gefahren oder Blessuren.
Sehr spaßig!!
Der restliche Nachmittag wurde genutzt um den Ort Santa Maria kennen zu lernen und sich einen groben Überblick über Unterkünfte und Stationen zu verschaffen.
Denn es gibt fast unendliche Kombinationsmöglichkeiten auf Sal in Bezug auf die Unterkünfte und die Surfstationen.
Häuser im Kolonialstil, viele Restaurants (Tipps bekommt ihr von Willi an der Planet Station), Souvenir Läden, Shops, und Bars (z.B. Calema Bar) prägen den Ort. Lasst euch mit dem „No Stress Feeling“ anstecken. Auf den Straßen spielen die Kinder Fußball, aus dem Innenhof kommt auch schon tagsüber laute Trommelmusik, das richtige Leben erwacht aber erst ca. 12 Uhr nachts.
Dann geht es in den Bars und Discos erst richtig los.
WOHNEN AUF SAL
Pontao
Es liegt in zweiter Reihe hinter dem Morabeza.
Das kleine überschaubare Hotel hat alles was man braucht um einen entspannten Urlaub zu haben. Vor allem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ein gutes kontinentales Frühstück.
Die Zimmer sind groß und hell mit einer Riesendusche. Was bisschen fehlt ist die „alte kapverdianische Mama“, die für die Einrichtung zuständig ist, damit das Ganze warm und gemütlich wird.
Wer mag kann als Kundenwunsch bei Buchung „Zimmer zur Poolseite“ angeben.
Hier hat man einen schöneren Blick als hinten zur Straße raus und vermutlich auch mehr Ruhe im Zimmer.
Morabeza
Die Topadresse der Hotels in Santa Maria ist das Hotel Morabeza.
Hier kann man sich rundum wohl fühlen. Stil aber kein Prunk. Die Zimmer sind schön groß und hell. Besonders verwöhnt wird man durch das stilvolle Badezimmer, meist mit großer Badewanne.
Freude kommt auf wenn man morgens zum Frühstücken geht, auf der großen windgeschützten Terrasse; viel Obst, frischer Orangensaft, Rührei oder Spiegelei – as you like. Gesurft werden kann direkt vor dem Morabeza bei Surf Zone.
Hotel Sab Sab
Dieses Hotel ist älteren Baujahres, hat aber die Top Lage am Rande von Santa Maria und ist nur ein paar Meter entfernt von der Planet Surfstation, direkt am Leme Bedje Beach.
Die Zimmer sind einfach aber zweckmäßig und sehr farbenfroh gestrichen. Vom kleinen Balkon aus hat man einen schönen Blick auf die Surfbucht. Bei einem Aufenthalt von einer Woche würde ich das Hotel nur mit Frühstück buchen, da die Auswahl am Abendbuffet eher spärlich ist und es doch im Ort einige nette Restaurants gibt.
Santa Maria Beach
Das Santa Maria Beach liegt nicht direkt am Strand, aber man hat nur ein paar Minuten zur Planet Station.
Empfehlen kann ich die Zimmer mit Meerblick (Zimmer 102 ist ganz gut); der Preisunterschied hält sich in Grenzen und man hat was davon – vor allem keine Baustellen vor der Nase. Es gibt keinen richtigen Frühstücksraum, aber Platz ist im Eingangsbereich bei der Rezeption. Wurst, Käse, Marmelade, Ei, und Bananen, die wachsen direkt vor dem Hotel….
Wer es etwas stilvoller und eventuell auch direkt am Strand haben möchte ist im Odjo´d Agua gut aufgehoben.
Appartements
Super schön sind die Appartement- Anlagen, z.B. Ponta Preta, Porto Antigo.
Diese liegen teilweise direkt am Meer und es gibt viele verschiedene Appartements oder Kategorien. Alle sind ohne Verpflegung. Wer nicht selber Frühstück machen will, der kann z.B. im Papayas frühstücken mit schöner Sonnenterrasse direkt am Meer; bekannt ist auch das Snack ´n Surf (liegt auf dem Weg zur Planet Surfstation), oder auch das May o´Leary´s. Bäcker und Einkaufsmöglichkeiten sind im Ort vorhanden. Die Preise sind allerdings den deutschen angenähert, weil fast alles auf die Insel importiert werden muss.
SURFEN
Es gibt eigentlich zwei mögliche Startpunkte – den Morabeza Strand und den Leme Bedje Strand; beide liegen ca. 15 Minuten zu Fuß auseinander und beide haben Vor- und Nachteile.
Das Allround-Revier ist sicherlich beim Leme Bedje Beach – wenn man Flachwasser will und / oder Welle / Welleneinstieg – vor der Planet Windsurfing Station, weil dort der Wind einigermaßen konstant ist.
Das heißt aber noch lange nicht, dass man auch dort surfen oder wohnen muss. Denn es ist ebenso einfach vom z.B. Club Mistral mit ein bis drei Schlägen (je nach Wind) in zehn Minuten zum Leme Bedje Beach hochzufahren.
Die Planet Station liegt am langen Sandstrand - fast nur Surfer tummeln sich hier - am östlichen Rande des Ortes. Es herrscht eine sehr gemütliche und entspannte Atmosphäre. Was soll man sich auch stressen, wenn man bequem im Liegestuhl liegt, das Meer 50 Meter entfernt ist, und man den Surfern bei ihren Manövern zuschauen kann?!
Willi versorgt uns mit Getränken und nach Verfügbarkeit mit Sandwiches. Nebenan gibt es aber auch noch eine Snackbar, falls dann doch der Hunger groß ist.
Kleines Manko: Es wurden durch die Wellen teilweise Steine freigelegt (keine scharfkantigen), die man mit etwas Geschick aber schon umgehen kann. Wer kein Risiko eingehen möchte sollte aber Schuhe mitnehmen. Auch hier gibt es meist Shorebreak, der je nach Swell variieren kann. Notfalls hilft auch ein Shorebreak-Service von der Station.
Ist man einmal über den Shorebreak hinweg erwartet einen ein türkisblaues Flachwasserrevier.
Dieses geht, dann weiter oben an der Spitze der Insel, über in Dünungswelle und dann weiter auch mit Brandungswelle.
Perfekt um sich langsam an Wellen ranzutasten! Der Wind ist hier konstant und wird nur in direkter Ufernähe böig.
Während wir schon das erste „Baby“-Sagres (0.25L) von Willi kredenzt bekamen, gingen die Jungs der Planet Station noch in der Abendsonne kurz raus. „The show must go on“: Eine kleine aber feine Welle direkt vor der Station wurde genutzt um die ausgepowerten Gäste zu unterhalten und sein Können aufzuzeigen.
Schräg hinter der Planet Station gibt es noch eine etwas kleinere Club Mistral Station; auch eine Alternative für z.B. Leute, die am Morabeza Strand wohnen möchten, aber am Leme Bedje Beach mit Mistral Material surfen.
Denn man kann zwischen den Centern nach Verfügbarkeit wechseln.
Die große Club Mistral Station liegt vor dem Hotel Belorizonte / Novorizonte am Morabeza Beach.
Dieser Strand ist einfach der Hammer; breit, lang, weiß und fein, keine Steine im Wasser. Shorebreak am Einstieg ist ebenso wie bei den anderen Revieren je nach Bedingungen zu erwarten aber es wird einem geholfen, wenn man Hilfe braucht und das auch zu erkennen gibt. Durch den ablandigen böigen Wind ist es auch hier nur für Wasserstart-Könner geeignet, da man sonst sehr schnell abtreibt.
Vor allem für Kiter ist der Startpunkt hier sehr gut, weil man unendlich viel Platz hat. Weiter draußen wird dann der Wind auch konstanter.
Von hier aus kann man ebenso am Leme Bedje Beach Surfen / Kiten, wenn man sich nicht vor dem etwas böigen Wind, die ersten hundert Meter, und dem Weg über das tiefe blaue Meer nach Luv zum Leme Bedje Beach scheut.
Die Station ist im gewohnten, ordentlichen Club Mistral Stil geführt und direkt nebenan ist eine Beachbar, die die hungrigen Surfer und Kiter mit dem Nötigsten versorgt.
Als Marion am nächsten Tag bei Club Mistral Kiten ging, sollte ich mir eine Station zum Surfen aussuchen.
Da wir auch im Morabeza wohnten war für mich die Surf Zone am bequemsten zu erreichen. Die Station ist kleiner und noch nicht mit dem neuesten Material ausgestattet. Gemütlich kann man sich hier, von einem Sonnenschirm des Hotels aus, das Treiben an der Station ansehen und den richtigen Moment abwarten, um aufs Wasser zu gehen.
Hier wartet eine kleine Herausforderung neben dem üblichen Shorebreak.
Vor der Station liegen Boote. Der Wind kommt genau so, dass man es fast nicht schafft an den Booten vorbei abzufallen, so dass man meist gezwungen ist durch die Boote zu fahren. Wenn man Glück hat erwischt man eine nette Böe, die einen schnell im Spießrutenlauf durch die Böotchen bringt; die Freude nimmt leider ein abruptes Ende, wenn man an einer der Ankerleinen mit der Finne hängen bleibt.....gekonntes abrollen nach dem Schleudersturz sollte man beherrschen. Aber was wäre Surfen ohne Herausforderung?!
Der Rückweg vom Leme Bedje wird dafür mit einem ziemlich flotten Downwinder belohnt.
Sehr lohnenswert für Kiter ist auf Sal noch der Kitebeach. Leider wohl kein Geheimtipp mehr, aber perfekt durch leicht auflandigen Wind von links. Ausflüge werden von den Surfstationen organisiert.
Weitere Aktivitäten:
Getestet und für gut befunden haben wir auch das Tauchen auf Sal. Wrack- oder Höhlentauchgänge werden angeboten, aber auch schöne Steilwände kann man hier finden. Schildkröten trifft man Ende März bist Oktober, Buckelwale von März bis Mai.
Die Sicht kann immer, ohne Rücksicht auf die Jahreszeit von 5m-50m variieren.
Alternative zum Windsurfen – Wellenreiten! Wenn der Wind mal nachlässt gibt es an jeder Station Wellenreitbretter. Kein Grund also bei wenig Wind auf der faulen Haut zu liegen.
FAZIT:
Sal oder Boa Vista sind eine sehr lohnenswerte Alternative zu Ägypten (obwohl man die Unterwasserwelt nicht vergleichen kann ) oder Fuerteventura im Winter. Vor allem der Wind und die Temperaturen sind teilweise besser. Auch die Mentalität der Menschen ist eine andere und wir haben uns beide sehr wohl gefühlt.
Ich könnte wahrscheinlich noch Stunden erzählen, aber ich hoffe es hilft zumindest ein bisschen bei der Auswahl des nächsten Surfzieles.